Wissenswertes über den Darm Teil 3

Störungen der Darmflora

Viele der oben genannten Faktoren können die Zusammensetzung der Darmbakterien ins Ungleichgewicht bringen. Zum einen sind damit Infektionen gemeint, ausgelöst durch Erreger aus der Gattung der Streptokokken, Staphylokokken, Pilze und Amöben. Zum anderen kann eine ungesunde Ernährung dazu beitragen, dass die Darmflora gestört ist. Zuviel Eiweiß und Fett in der Ernährung fördern das Entstehen von Fäulnisbakterien und behindern somit die nützlichen Milchsäurebakterien.

Durch die Gärung entstehen Toxine, welche die Darmwand durchdringen können und dann in den Organismus gelangen. Zuckerhaltige Lebensmittel machen pathologischen Darmpilzen die Bahn frei zur Besiedelung. Auch Autoimmunkerkrankungen, Übergewicht und rheumatische Erkrankungen können ein Ungleichgewicht des Mikrobioms begünstigen.

Weiterhin können verschiedene Medikamente physiologische Mikroorganismen im Darm vernichten. Dazu gehören Antibiotika, Glucocorticoide und die Anti-Baby-Pille. Durch sie wird den pathologischen Keimen Tür und Tor geöffnet, sich im Darm festzusetzen. Umweltschadstoffe wie zum Beispiel Cadmium und Blei behindern das Wachstum der physiologischen Darmbakterien. Fehlen dem Körper Gallensäure, Magensäue oder Pankreasenzyme (Enzyme der Bauchspeicheldrüse), so verändert sich das Nährstoffangebot für die nützlichen Mikroorganismen. Daraus kann ebenfalls ein Ungleichgewicht entstehen.

In der Naturheilkunde gilt eine solche Störung der Darmflora als Ursache einer Vielzahl von Erkrankungen. Halten die Beschwerden schon längere Zeit an, so ist eventuell eine komplette Darmsanierung notwendig.

Gestörtes Gleichgewicht – Dysbiose

Die Dysbiose beschreibt ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Arten der Mikroorganismen, die den Darm besiedeln. Hierbei werden die nützlichen Darmbakterien geschädigt, wodurch sich die pathologischen Keime besser ausbreiten können. Verschiedenste Symptome können einen Hinweis auf eine Dysbiose darstellen. Dazu gehören Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, wiederkehrende Magen-Darm-Störungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen und noch vieles mehr.

Die Fremdkeime sind in der Lage, Toxine auszuscheiden. Die Toxine führen dann nicht nur vor Ort – also im Darm – zu Schäden, sondern können auch systemisch wirken. Dadurch leidet in erster Linie das Immunsystem, was zu häufigen und wiederkehrenden Infekten führen kann, aber auch innere Organe wie zum Beispiel die Nieren werden mitunter in Mitleidenschaft gezogen. Das Entstehen von Darmmykosen (Pilzinfektionen des Darms) wird durch eine gestörte Darmflora begünstigt, die Neigung zu Durchfällen und/oder Verstopfungen nimmt zu. Auch können sich krebsfördernde Stoffe entwickeln.

Wenn zu viel Schadstoffe in den Organismus gelangen, verschlackt zusehends das Gewebe. Besteht solch ein Ungleichgewicht schon länger oder ist dieses sehr ausgeprägt, werden über kurz oder lang die Entgiftungsorgane Leber und Nieren überfordert, der Stoffwechsel wird geschwächt und auch die Abwehrkräfte werden in Mitleidenschaft gezogen. Der Körper ist anfälliger für Allergien, Rheuma und Hautprobleme.

Fällt der Verdacht auf eine Störung des Mikrobioms, so kann dies sehr gut und absolut schmerzfrei mit Hilfe einer Stuhluntersuchung überprüft werden. Je nach Labor und Auswertungsmethode können hier die verschiedenste Mikroorganismen und Verdauungsrückstände in Menge und Ausprägung ermittelt werden, wobei das Ergebnis anschließend die Basis für eine passende Therapie darstellt.

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