Wissenswertes über den Darm Teil 2

Aufgaben des Mikrobioms


Der Darm besitzt eine riesige Oberfläche. Sie beträgt circa 200 – 300 Quadratmeter und stellt damit die größte Kontaktfläche des Körpers dar. Diese Oberfläche entsteht durch die vielen Darmfalten der Darmwand. Im Vergleich dazu beträgt die Hautoberfläche nur etwa zwei Quadratmeter.


Im Darm befindet sich das sogenannte darmassoziierte Immunsystem, dessen Entwicklung gleich nach der Geburt beginnt. Bestimmte Zellen im Darm sind in der Lage Eindringlinge zu binden und diese dem lymphatischen Gewebe im Darm zu präsentieren. Daraufhin werden dort sogenannte B- und T-Zellen zur Abwehr erstellt. Der Darm lernt immer mehr dazu, das heißt, er merkt sich eindringende Fremdkörper, erkennt diese wieder und kann deshalb schnell zur Abwehr aufrufen. Diese Mechanismen arbeiten mit dem gesamten Körper zusammen.

Die gesunde Darmflora ist ungeheuer wichtig für die Entwicklung eines intakten Immunsystems. Funktioniert die Abwehr im Darm nicht mehr richtig, kann die Funktion des Immunsystems nicht aufrecht erhalten werden.


Eine weitere Aufgabe der Darmbakterien ist der Abbau der Ballaststoffe. Durch die nützlichen Bakterien im Dickdarm werden diese aufgeschlüsselt. Daraus entstehen kurzkettige Fettsäuren, die sehr energiereich sind. Patienten, die unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, haben einen Mangel an diesen Fettsäuren. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme behindert und die Neigung zu Verstopfungen nimmt zu. Um rundum gesund zu sein und dies auch zu bleiben, ist eine positive Vielfalt der Darmbakterien äußerst wichtig. Hierbei spielt eine ausgewogene, basische Kost eine große Rolle.

Physiologische Darmbakterien

Im Mund und der Speiseröhre befinden sich vor allem Nahrungskeime. Magen und Dünndarm sind dabei relativ keimarm. Als psysiologischen Bakterien sind vor allem Laktobazillen, Streptokokken, Enterokokken und verschiedene Bacteroides Arten zu finden. In den unteren Darmabschnitten leben die gleichen Bakterienarten, jedoch in anderer Zusammensetzung und Menge. Die ersten Bakterien, die sich im Darm niederlassen sind Escherichia coli. Von den Bifidobakterien und Bacteroides sind am meisten vorhanden. Die nächst größere Anzahl stellen die Enterobakterien, Enterokokken und Laktobazillen dar. Hinzu kommen noch Clostridien, Fusobakterien und Veillonellen.


Pathologische Darmbakterien

Zu den pathologischen Darmbakterien, das heißt krankmachenden Bakterien, gehören zum Beispiel Salmonellen, Shigellen, Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) und Yersinia enterocolitica. Diese Erreger können beispielsweise eine Magen-Darm-Grippe hervorrufen. Halten die Beschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen nur wenige Tage an, so können Sie den Infekt auch selbst bekämpfen. Leiden Sie allerdings für einen längeren Zeitraum unter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, so sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. In der Praxis wird dann gegebenenfalls eine Stuhlprobe näher untersucht, um die genaue Art der Keime zu bestimmten.

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