Klimatische Veränderungen wandelten die Ernährung und begünstigten die Entstehung von Zivilisationen.

Mit der Sesshaftwerdung entstanden völlig neue Formen der Nahrungsbeschaffung, in erster Linie der Feldbau.

Dies geschah keinesfalls von heute auf morgen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Mensch das Prinzip des Aussäens eher zufällig entdeckte und dann begann, periodisch an bestimmte Orte zurückzukehren, um zu ernten. Diese bequeme Art und Weise der Nahrungsversorgung nahm dann einen immer größeren Stellenwert ein, bis schließlich der dauerhafte Verbleib an einem Ort sinnvoller wurde als die nomadische Lebensweise.

Nach den Jahrtausenden des Fleischverzehrs während der Eiszeit kam es so zu einer Rückkehr zu einer vegetarisch geprägten Ernährungsweise. Vor allem die beiden Getreidesorten Emmer und Einkorn setzten sich durch und lieferten die Grundlage für die Breinahrung, welche in dieser Periode vermutlich dominierte.

Wissenschaftler vermuten, dass die Menschen damals im Verlaufe weniger Jahrhunderte deutlich kleiner und schwächer wurden. Evolutionär gesehen glich die Nahrungskonstanz, die der Getreideanbau mit sich brachte, die sinkende Versorgung mit tierischen Proteinen jedoch offensichtlich aus. Im Laufe der Zeit ermöglichte die Domestizierung von Schwein, Rind, Schaf und Ziege dann wieder eine stabilere Proteinzufuhr.

Vor etwa 6.000 Jahren sah sich die sesshaft gewordene Menschheit dann erneut zu einem Strategiewechsel bei der Nahrungsbeschaffung gezwungen. Diesmal war die Ursache eine rapide Abnahme der Niederschläge.

Im Verlauf weniger Generationen wandelte sich die Siedlungsstruktur. Aus vielen verstreuten kleinen Siedlungen wurden größere Ansammlungen an den großen Flussläufen. An Indus, Euphrat, Tigris und Nil entstanden auf diese Weise soziale Bedingungen, wie sie bis dahin vollkommen unbekannt waren: Fruchtbarer Boden stand nicht mehr unbeschränkt zur Verfügung. Unter diesen Bedingungen bildeten sich relativ schnell komplexe Sozialsysteme heraus, welche den Zugang zum lebensnotwendigen Wasser für die Felder organisierten. Auch der Schutz vor periodisch wiederkehrendem Hochwasser erforderte eine neuartige gesellschaftliche Koordination. Jene neuen Sozialstrukturen wurden aufgrund der enormen Bedeutung des Wassers als hydraulic civilisations bezeichnet.

Diese entstehenden Hochkulturen stellten alle bisherigen Formen menschlichen Zusammenlebens hinsichtlich ihrer Komplexität in den Schatten und leiteten damit eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte ein. Im nächsten Blink werden wir sie kennenlernen.

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.