Griechen und Römer brachten ursprünglich orientalische Essgewohnheiten nach Europa.

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Der zunehmende Handel im Mittelmeerraum wurde zum Auslöser gigantischer Entwicklungssprünge in einigen Regionen. In wenigen Jahrhunderten wandelten sich z.B. die geostrategisch vorteilhaft liegenden griechischen Stadtstaaten von unbedeutenden Ansiedlungen zum Zentrum der antiken Welt – allen voran die ewigen Konkurrenten Athen und Sparta.

Durch die intensiven Handelsbeziehungen mit den mediterranen Nachbarreichen gelangte die gesamte Warenvielfalt der bisherigen Hochkulturen in die aufstrebenden griechischen Stadtstaaten, darunter auch Nahrungsmittel aller Art. Was die Ernährung betrifft, beruhte die griechische Kultur auf den orientalischen Gebräuchen, entwickelte diese aber entscheidend weiter.

So wird z.B. der Ursprung des antiken Garum in Griechenland vermutet, einer Art vergorener Fischsoße, die sowohl in der Küche der alten Griechen als auch später bei den Römern eine enorm wichtige Rolle spielte. Die Würzsoße gehörte für Jahrhunderte zu fast jedem Gericht. Vor allem in den relativ wildarmen Regionen Griechenlands war sie der wichtigste Eiweißlieferant für die einfache Bevölkerung.

Neu war auch das Aufkommen kommerzieller Gaststätten. Diese Entwicklung trug sicherlich der griechischen Regierungsform Rechnung, welche erstmals einen substanziellen Teil der männlichen Bevölkerung zu Protagonisten des öffentlichen Lebens machte und damit öffentliche Orte für Debatten notwendig machte. So entwickelte sich das Symposion als geregelter Umtrunk unter Männern, welcher die sozialen Bande zwischen den männlichen Akteuren der griechischen Demokratie formte und festigte.

Schließlich waren es die Römer, die viele Neuerungen der Griechen in die gesamte damals bekannte Welt trugen. Das Römische Reich hatte sich immer stark an den griechischen Stadtstaaten orientiert. Selbst, als die Griechen schon lange politisch bedeutungslos geworden waren, übernahm das Römische Reich mit den künstlerischen, architektonischen und philosophischen Sichtweisen der früheren Großmacht auch viele der Essgewohnheiten – und exportierte diese als römische Kultur nach Afrika, Asien und Europa.

Ein wichtiger Wandel ist jedoch den Römern zu verdanken und prägte in der Folge nachhaltig die europäische Kultur: Aßen die alten Griechen noch hauptsächlich geschlechtergetrennt, bildete fortan die Familie den Rahmen für die Mahlzeiten.

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