Fasten stößt oft auf große Bedenken – die meisten davon sind unbegründet.

Ein roter Faden, der sich durch meine gesamte Fastenreise zieht, sind die Warnungen und Bedenken von Familie und Freunden. Da wurde oft alles besser gewusst und auf zig Gefahren hingewiesen, meist ohne dass der Unkenrufer sich eingehend damit beschäftigt, geschweige denn selbst je gefastet hätte. So hieß es, das Abnehmen beim Fasten sei nicht von Dauer, oder auch, die positive Gesundheitswirkung sei reiner Placebo-Effekt.

Kritik ist eine Erfahrung, die ich mit vielen Fastenden teile. Schauen wir uns die gängigsten Bedenken, Ängste und Kritikpunkte daher einmal genauer an.

Besonders häufig hört man die Behauptung, der Gewichtsverlust beim Fasten entstünde hauptsächlich durch den Abbau von Muskelmasse: Der Körper nehme sich die fehlende Energie nicht etwa aus den ungeliebten Fettpölsterchen, sondern aus den Proteinen der Muskeln.

Richtig ist, dass der Körper nach ca. 24 Stunden Fasten den Glykogenspeicher, also die Energiereserven aus der letzten Mahlzeit, aufgebraucht hat und seine Energiegewinnung umstellt. Daher muss man sich tatsächlich darauf einstellen, dass gerade am Anfang etwas Muskelprotein für die Energiegewinnung geopfert wird. Allerdings passiert das laut dem Fastenexperten Prof. Dr. Andreas Michalsen in deutlich geringerem Umfang, als die Kritiker behaupten.

Auch die Angst vor einem Vitaminmangel ist unbegründet, solange man das Fasten nicht bis in den Hungertod betreibt. Vitamine halten sich eine lange Zeit in unserem Körper. Daher erhält jeder, der sich zuvor gesund ernährt hat, durch Brühen, Gemüsesaft und etwas Fruchtsaft alles, was sein Körper in der Fastenzeit an Vitaminen benötigt. Wem das dennoch zu unsicher ist, der kann nach Rücksprache mit seinem Hausarzt auch ganz einfach supplementieren. Ich entschied mich bspw. nach der Hälfte der 35-tägigen Fastenkur dafür, Zink, Magnesium und die wichtigsten Vitamine zu ergänzen.

Eine Sache, die für manche Menschen tatsächlich zum Problem werden kann, ist das Abführen. Einige ekeln sich generell davor, andere finden einfach nur Glaubersalz widerlich. Doch letzteres ist ohnehin kein Muss, denn stark verdünnter Pflaumensaft funktioniert ebenso gut. Und wenn man trotz Fasten von alleine Stuhlgang hat, muss man in dieser Hinsicht sowieso nichts tun.

Für die Mutigen gibt es in der Apotheke passende Einlaufsets. Und es gibt auch die Möglichkeit, das Ganze professionell durchführen zu lassen. Dabei bekommt man eine ordentliche Ladung Wasser in den Darm geschleust, und zwar deutlich mehr als die Flüssigkeit bei den Einläufen aus der Apotheke.

Ich fand die Darmreinigung durch Einläufe am Ende gar nicht so schlimm, wie ich sie zunächst befürchtet hatte. Auch diese Angst ist also, wie die meisten Sorgen rund ums Fasten, völlig unbegründet.

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