Es gibt genügend gute und gewichtige Gründe gegen Massentierhaltung.

Die meisten Menschen sehen sich selbst als integre Personen mit Werten und Prinzipien. Die gewaltige Gleichgültigkeit, mit der der Großteil der Gesellschaft die Produktionsbedingungen der meisten tierischen Lebensmittel ignoriert, spricht jedoch eine andere Sprache. Dabei gibt es gute Gründe, unseren Umgang mit Tieren zu überdenken.

Vor allem was die ethisch problematische Massentierhaltung angeht, messen wir mit zweierlei Maß: Kinder, die Tiere aus Jux quälen, gelten als verhaltensauffällig. Gleichzeitig nehmen wir in Kauf, dass täglich Millionen von Tieren wie selbstverständlich misshandelt werden. Die meisten Nutztiere werden so eng zusammengepfercht und ohne Auslauf gehalten, dass sich ihr physischer und psychischer Stress in Form von gegenseitigen Tötungen, Kannibalismus oder völliger Apathie äußert. Körperliche Fehlbildungen, offene und eiternde Wunden oder chronische Schmerzen sind nicht bedauernswerte Ausnahmen, sondern traurige Regelmäßigkeit.

Auch der Hunger in anderen Teilen der Welt hängt eng mit unserer Massentierhaltung zusammen. Sie verschlingt tonnenweise Tierfutter, wofür weltweit immer mehr Agrarflächen genutzt werden. Würden diese Äcker stattdessen mit Feldfrüchten für den direkten menschlichen Verzehr bestellt, könnten mit wesentlich weniger Fläche deutlich mehr Menschen ernährt werden. Dazu kommt, dass viele Bauern ihre Produkte gewinnbringender an Mastbetriebe verkaufen können als an die eigene, hungernde Bevölkerung. So landet z.B. die Maisernte aus einem Entwicklungsland eher im deutschen Hühnerfutter als auf dem Teller der armen Bevölkerung.

Außerdem beschleunigt die Massentierhaltung den Klimawandel mehr als der gesamte Transportverkehr der Erde, vom Auto bis zum Flugzeug. Das liegt zum einen an den Methanausstößen aus den Rindermägen, deren Gas 20- bis 25-mal stärker zur Erderwärmung beiträgt als CO². Dramatischer ist jedoch die großflächige Rodung des Regenwalds für Futteranbauflächen, die die natürliche Umwandlung von CO² in Sauerstoff verhindert.

Die Nutztierhaltung verbraucht nicht nur gigantische Mengen sauberen Wassers, die Fäkalien der Tiere verseuchen auch das Grundwasser. Die jahre- oder jahrzehntelange Haltung hunderttausender Tiere an einem Ort hat verheerende Folgen für das Grundwasser der gesamten Region – und damit für das gesamte Ökosystem.

Wenn die Massentierhaltung derart zum Himmel stinkt, warum haben die Deutschen ihr Konsumverhalten dann nicht längst geändert?

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