Die Herausbildung der menschlichen Intelligenz hängt eng mit der Ernährung zusammen.

Kaum etwas ist für uns so geheimnisvoll und so interessant wie das Leben der Menschen in früheren Zeiten. Was haben sie getan, was gedacht – und eben auch: was gegessen? Komm mit auf unsere kleine kulinarische Zeitreise und lass uns gleich mal zwei Millionen Jahre in die Vergangenheit sausen.

Damals, in der Altsteinzeit, wanderten die Vorfahren der heutigen Menschen in Gruppen umher. Dabei aßen sie alles, was sie als essbar erkannten: Pflanzenknollen, Früchte, Nüsse, Samen, Sprösslinge, Insekten, gelegentlich rohes Fleisch.

Einen entscheidenden Wandel dieser Gewohnheiten bewirkte die Beherrschung des Feuers. Diese Entwicklung vollzog sich regional zu unterschiedlichen Zeiten. Im südlichen Afrika nutzten Menschen bereits vor 1,5 Millionen Jahren Feuer, die ältesten Funde aus Europa und Asien sind dagegen nur 300.000 Jahre alt.

Die Zubereitung der Nahrung mittels Feuer hatte mehrere evolutionäre Vorteile. Das nahrhafte Fleisch wurde besser verdaulich, Parasiten wurden abgetötet und es war kein immenser Kauapparat mehr nötig. So entstanden Kapazitäten für eine Ausdifferenzierung des Großhirns.

Entscheidender aber war ein anderer Aspekt. Das Feuer brachte eine zeitliche Trennung von Sammeln und Verzehren der Nahrung mit sich. Statt wie zuvor herumzustreifen und das Gefundene beiläufig in den Mund zu stecken, fand sich die Gruppe nun nach dem Sammeln zusammen, um gemeinsam die Nahrung zuzubereiten und zu essen. Wissenschaftler sprechen von einer sozialen Verzehrsituation, welche die Kommunikation und damit die Entwicklung von Intelligenz entscheidend beförderte.

Eine andere Umstellung der Ernährung brachte die Klimaveränderung der letzten Eiszeit mit sich. Die allgemeine Abkühlung führte zu einem deutlichen Rückgang der pflanzlichen Nahrung, sodass die Jagd wichtiger wurde. Die gemeinsame Jagd erfordert ein hohes Maß an gruppeninterner Kommunikation und Planung – und damit Intelligenz. In dieser Zeit setzte sich der Homo sapiens endgültig durch und verdrängte oder absorbierte die anderen Humanoiden, z.B. den Neandertaler. Gegen Ende der Eiszeit perfektionierten die Menschen zudem die Technik des Fisch- und Vogelfangs, um die anstrengende und gefährliche Jagd auf Großwild zu ersetzen.

Zu dieser Zeit vollzog sich der wohl wichtigste Umbruch der menschlichen Lebensweise – die Sesshaftwerdung.

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