Der Konsum von fermentiertem Alkohol scheint ein universelles Phänomen der Tierwelt zu sein.

Wusstest du, dass wir Menschen nicht die einzigen Tiere sind, die Alkohol mögen? Wenn die Früchte des südostasiatischen Durianbaums auf den Boden fallen und faulen, versammelt sich innerhalb kürzester Zeit eine illustre Gesellschaft aus Tigern, Wildschweinen und Nashörnern zum Aperitif.

Alkohol, das weltweit beliebteste fermentierte Erzeugnis, ist also nicht nur unter Menschen beliebt. Auch Tiere wissen ihn als Genussmittel zu schätzen. Dabei sind wir die einzige Spezies, die Alkohol selbst herstellt. Es gibt zwar Berichte von chinesischen Affen, die Früchte vor dem Verzehr bewusst gären lassen – den anderen Tierarten wird der Alkohol jedoch von Natur aus verzehrfertig kredenzt.

In Malaysia z.B. gibt es eine Palmenart namens Eugeissona, deren Blütenknospen einen stark alkoholischen Nektar produzieren. Das Federschwanz-Spitzhörnchen schlürft den Nektar auf seinem Weg von einem Ast zum nächsten und sorgt dabei gleichzeitig für die Bestäubung der Pflanzen.

Studien haben gezeigt, dass es weitere Tierarten gibt, die dem Alkohol mit unterschiedlichem Trinkverhalten frönen. Wenn man z.B. Schimpansen die Möglichkeit gibt, unbegrenzt Alkohol zu trinken, tun sie genau das: Sie trinken sich übergangslos von einem Rausch in den nächsten.

Ratten dagegen legen ein ganz ähnliches Trinkverhalten an den Tag wie wir Menschen: Sie nehmen einen Aperitif vor dem Abendessen ein und einen verdauungsfördernden Umtrunk zum Ausklang des Tages. Zweimal pro Woche lassen sie sich dann hemmungslos in einem gemeinschaftlichen Gelage zulaufen. Ratten sind also wie alle anderen, dem Alkohol zugeneigten Spezies Gesellschaftstrinker. Der Grund dafür ist simpel: Wer sich alleine betrinkt, ist leichte Beute für Raubtiere.

Die konventionellen alkoholischen Getränke sind rund um den Globus mehr oder weniger dieselben. Der Geschmack fermentierter Speisen ist dagegen stärker mit regionalen Kulturen verbunden. Die meisten Menschen, die koreanischen Kimchi, das fermentierte Fleisch des Grönlandhais im isländischen Gericht Hákarl oder starken französischen Blauschimmelkäse mögen, sind den Geschmack seit ihrer Kindheit gewohnt. Bei allen anderen scheiden sich bei so intensiven Geschmacksnoten schnell die Geister.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der Fall US-amerikanischer Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs eine Reihe Lagerhäuser abfackelten, weil sie darin verweste Leichname vermuteten. „Mais non!“ Der stechende Geruch kam vom herzhaften französischen Camembert.

Fermentiertes Obst und Gümüse kann Alkohol enthalten
Fermentiertes Gemüse

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