Der Hippocampus ist ein wichtiger Teil des Gedächtnisses.

Der Begriff „Hippocampus“ ist lateinisch und bezeichnet einen bestimmten Teil des Gehirns, welcher im 16. Jahrhundert entdeckt und nach einem kleinen Fisch mit außergewöhnlichem Aussehen benannt wurde: dem Seepferdchen. Grund für diese Benennung war die auffällige Form des Hirnareals, die dem des Seepferdchens erstaunlich ähnelt.

Der Hippocampus befindet sich im Inneren des Gehirns und besteht aus zwei Teilen – je einem pro Gehirnhälfte. Er fungiert als Zwischenstation von Kurz- und Langzeitgedächtnis. Alles, was wir unser Wissen nennen, wird bis zu zwei Jahre lang dort gespeichert. Dazu gehören z.B. Informationen wie die, ob du gerade den Herd ausgeschaltet hast oder wie die deutschen Bundesländer heißen.

Hippocampus
Der Hippocampus (Plural Hippocampi) ist ein Teil des Gehirns, genauer: des erstmals bei Reptilien auftretenden Archicortex

Relevante Inhalte sowie oft aufgerufenes bzw. wiederholtes Wissen werden innerhalb dieser zwei Jahre an die Hirnrinde weitergeleitet. Dort landet es im Langzeitgedächtnis. Alles, was irrelevant ist, wird hingegen vergessen. Aus diesem Grund kannst du dich vermutlich nicht daran erinnern, was du am 5. Dezember letzten Jahres zum Abendbrot gegessen hast. Oder?

Im Hippocampus befindet sich jedoch nicht nur frisch erworbenes Wissen, auch die sogenannten Platzzellen sind hier angesiedelt. Sie bestimmen, wie man einen Raum wahrnimmt und wie man sich an ihn erinnert. Dazu stehen sie in permanentem Austausch mit den Gitterzellen. Diese sind auf der Hirnrinde angesiedelt und dienen der Orientierung im Raum.

Darüber hinaus greifen die Platzzellen u.a. auf Informationen aus dem Gyrus piriformis zurück. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine griechische Fleischspeise, sondern um das Geruchszentrum des Gehirns. Das heißt: Die Erinnerung an einen Ort ist unbewusst immer mit der Erinnerung an einen Geruch verknüpft.

Der Hippocampus fungiert also gleichzeitig als Zentrale zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis und als wichtiger Teil des räumlichen Gedächtnisses. Aber das ist noch nicht alles. Innerhalb des Hippocampus gibt es einen bestimmten Bereich, den Gyrus dentatus, der neben der Riechzentrale als einziger fähig ist, ein Leben lang neue Nervenzellen zu bilden. Die frisch gebildeten Zellen wandern anschließend in verschiedene Regionen der Hirnrinde, um dort in Form von Neuronen Netzwerke zu erzeugen und spezifische Funktionen zu erfüllen.

Somit ist der Hippocampus also zusätzlich als Rohstoffproduzent für dein Denkorgan tätig. Wenn du wissen willst, wie sich Sport auf den Hippocampus auswirkt, lies im nächsten Artikel weiter.

Ein Kommentar Füge deinen hinzu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.