Unsere Beziehung zu Tieren verändert sich.

Früher war alles so einfach: Das Huhn lief im Hof umher, legte jeden Tag ein Ei und wenn es das nicht mehr tat, kam es in den Suppentopf. Wir Menschen nutzen Tiere für wirtschaftliche Zwecke seit Jahrtausenden und natürlich hat sich unser Bild von ihnen entsprechend darauf eingestellt: Tiere gelten traditionell als weniger wertvoll als Menschen.

Diese Sichtweise nennt man Anthropozentrismus: Der Mensch steht über allem und darf deswegen über andere Lebewesen bestimmen. Diese verbreitete Perspektive spiegelt sich auch in unserer Sprache wider. Wir beschimpfen andere als „blöde Kuh“ und „dumme Sau“ und verwenden Worte wie „fressen“ oder „Schnauze“, wenn wir abwertend von „essen“ und „Mund“ sprechen. So schaffen wir eine klare Distanz zwischen Mensch und Tier.

Seitdem sich die Massentierhaltung entwickelt hat, gibt es aber auch andere Strömungen, die sich damit beschäftigen, welcher Status Tieren in unserer Gesellschaft zusteht. Der Pathozentrismus stellt beispielsweise die Fähigkeit, Schmerz zu empfinden, in den Mittelpunkt der Beurteilung: Jedes Wesen, das Schmerz empfinden kann, soll ebendavor bewahrt werden.

Eine andere Bewegung ist die Tierbefreiung, die sich dafür einsetzt, dass kein Tier in Gefangenschaft lebt. Dies steht im Gegensatz zum Tierschutz, der die Nutzung von Tieren akzeptiert, aber fordert, dass die Tiere in ihren Käfigen und Gehegen nicht leiden sollen.

Ebenfalls neu ist der Begriff des Speziesismus: Er wurde in Anlehnung an Begriffe wie Rassismus oder Sexismus erschaffen, um deutlich zu machen, dass wir Tiere wegen ihrer Art diskriminieren. Das Schwein hat Pech gehabt und wird geschlachtet, während wir den Hund bei uns im Bett schlafen lassen.

Diese neuen Sichtweisen sind also aufgekommen, um mit traditionellen Ansichten aufzuräumen und unsere Einstellung zu Tieren und deren Produkten zu verändern. Doch wie kam es dazu? Was hat sich eigentlich geändert, seitdem sich das Huhn noch frei im Hof bewegen konnte?

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