Gesetz und Behörden beugen sich oft dem Willen der Fleischindustrie.

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Lebensmittelkonzerne üben erstaunlich großen Einfluss auf Behörden und Gesetzgeber aus. Ähnlich wie die Tabakindustrie betreiben sie starken Lobbyismus und wirken unerwünschten Gesetzen entgegen.

Das Landwirtschaftsministerium der USA beispielweise ist gleichzeitig damit beauftragt, sich um die Gesundheit der Bevölkerung zu kümmern – wie auch um die wirtschaftlichen Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe.

Daraus entsteht ein gewaltiger Interessenkonflikt, denn das Ministerium könnte beispielsweise nicht dazu aufrufen, aus gesundheitlichen Gründen weniger Fleisch zu essen. In diesem Fall geriete es unter Druck der Fleischindustrie und deren Interessenvertretungen.

Auch um Tierrechte ist es in den USA schlecht bestellt: Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich zwar für strenge Gesetze aus, die dafür sorgen, dass Nutztiere eine anständige Behandlung genießen. Gleichzeitig können Mastbetriebe aber 30.000 Hühner in einen winzigen Raum sperren und das als „Freilandhaltung“ bezeichnen.

Tatsächlich ist es so, dass Tiere in der Massenhaltung so schlecht behandelt werden, dass selbst die schwächsten Tierschutzgesetze diese Haltung unterbinden würden. Um solche Gesetze zu vermeiden, werden der Industrie „Ausnahmeregelungen“ gewährt: Alle „üblichen“ Praktiken werden automatisch legal, sobald sie sich in der Industrie durchgesetzt haben. Da die Betriebe sich nicht für Tierrechte, sondern nur für Effizienz und Gewinne interessieren, bedeutet das, dass immer noch scheußlichere Quälereien per Gesetz zur „üblichen Praxis“ erhoben werden.

Auch die wiederholten Aufrufe von Gesundheitsorganisationen, die übermäßige Nutzung von Antibiotika in Mastbetrieben einzustellen, verhallen wirkungslos. Obwohl dadurch in den Betrieben immer gefährlichere Krankheitserreger gezüchtet werden, kann die Fleischindustrie alle Eingriffe und Beschränkungen stets erfolgreich abwehren.

Gesetz und Behörden beugen sich oft dem Willen der Fleischindustrie.

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