Auch die vegetarische Industrie bringt den Tod vieler Tiere mit sich.

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Starten wir mit einem kleinen Rätsel: Sie liebt gut duftende Sachen und legt viel Wert auf Körperhygiene. Regelmäßig macht sie eine Fango-Kur. Als sie schwanger war, hat sie alles liebevoll für die Ankunft des Babys vorbereitet, und als es endlich da war, hat sie es kaum aus den Augen gelassen. Wer ist das?

Die Auflösung: unsere letzte Bratwurst. Schweine sind sehr reinlich und fürsorglich. Sie wälzen sich nur deswegen im Schlamm, weil sie keine Schweißdrüsen haben und dadurch ihren Körper kühlen können. Zudem achten Schweine darauf, dass sie immer weit entfernt von ihren Essplätzen ihr Geschäft verrichten. Sie kümmern sich außerdem aufopfernd um ihre Jungen.

In artgerechter Haltung können wir all diese natürlichen Verhaltensweisen beobachten. Leider ist dafür selten Geld übrig. Stattdessen müssen Schweine in ihrem eigenen Kot stehen, können sich kaum bewegen und werden bald nach der Geburt von ihren Jungen getrennt. Durch die unhygienischen Zustände entstehen oft offene Wunden und Entzündungen, wogegen sie Antibiotika ins Futter bekommen. Das finden wir dann in unserem Essen wieder.

Die Marktlogik ist auch im Bereich der Tierhaltung eiskalt. Alles, was keinen Profit bringt, wird beseitigt. So werden allein in Deutschland z.B. jedes Jahr ca. 45 Millionen männliche Küken getötet – übrigens auch in der Biohaltung. Denn sie legen keine Eier und für die Fleischproduktion sind sie nicht fett genug. Auch für die Milchproduktion werden Tiere getötet. Jede Kuh muss regelmäßig kalben, um weiter Milch zu geben. Während die weiblichen Kälber selbst zu Milchkühen heranwachsen, werden die männlichen Kälber einige Wochen gemästet und anschließend zu Kalbsfleisch verarbeitet. Selbst die Legehennen und Milchkühe können nur für wenige Jahre die Produktivität erfüllen, die vom Markt gefordert wird. Danach werden sie geschlachtet und entsorgt.

Also auch in Industrien, die wir nicht direkt mit Schlachtung in Verbindung bringen würden, sterben Tiere einen nicht selten grausamen Tod. Diese Zustände machen es überhaupt erst möglich, dass wir Fleisch, Milch und Eier so günstig im Supermarkt bekommen. Doch leider verschließen wir vor dieser Realität die Augen.

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