Fett ist ein unterschätztes Anti-Aging-Produkt.

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So sympathisch Lachfältchen auch sein mögen – vorzeitig altern und gebrechlich werden möchte niemand. Doch wie fit wir mit zunehmendem Alter bleiben, hängt nicht ausschließlich von der Gen-Lotterie ab. Wir können auch selbst etwas dazu tun, um gut geölt in Form zu bleiben.

Um dem Alterungsprozess etwas entgegenzusetzen, sollten wir ihn zunächst besser verstehen. Altern ist ein Prozess, der in unseren Zellen stattfindet. Genau wie wir als Gesamtorganismus haben auch die Zellen eine begrenzte Lebensdauer. Doch anders als wir erneuern sie sich regelmäßig, indem sie sich teilen.

Dass unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen geschützt sind, dafür sorgen u.a. die Telomere. Wir können sie uns als Schutzkappen vorstellen, die an den Enden der Chromosomen über der Zell-DNA liegen. Mit jeder Zellteilung wird von diesen Telomeren etwas abgeschnitten, bis die Schutzkappen vollständig verbraucht sind und die Zelle schließlich stirbt. Je langsamer die Telomere verbraucht werden, desto langsamer sterben die Zellen und desto länger bleiben auch wir als Gesamtorganismus vital.

Wie du vielleicht schon ahnst, spielt auch bei den Telomer-Kürzungen das Fett eine entscheidende Rolle. Und wieder sind es die Omega-3-Fettsäuren, die mit besonderen Kräften glänzen. In einer Studie fand man heraus, dass ein höherer Omega-3-Spiegel die Verkürzung der Telomere verlangsamt: Bei hoher Omega-3-Versorgung verkürzten sich die Schutzkappen nur um 2%. Im Vergleich dazu büßten die Telomere von Probanden mit schlechter Fettversorgung ganze 8% an Länge ein.

Omega-3-Fettsäuren können jedoch nicht nur den Alterungsprozess verlangsamen, sie können auch unsere Leistungsfähigkeit verbessern und uns damit gesünder altern lassen. Studien haben gezeigt, dass eine höhere Omega-3-Versorgung eine ganze Reihe von willkommenen Wirkungen hat: Sie hebt unser Energielevel, steigert unsere Ausdauer und Widerstandsfähigkeit, verbessert unsere Sauerstoffaufnahme und -nutzung sowie die Fettverbrennung und Proteinsynthese. Außerdem verhilft sie zu weniger Muskelkater, Gelenk- und Muskelschmerzen, zu besseren Reflexen und mehr Konzentration. Und zu guter Letzt schützt sie vor sogenanntem Anstrengungsasthma und Heißhunger und verbessert Schlafqualität sowie Herzrhythmus.

Lange Zeit galt die Einnahme von Eiweiß als das Mittel schlechthin, um dem natürlichen Muskelabbau im Alter entgegenzuwirken. Allerdings fördert die übertriebene Einnahme von Eiweiß im mittleren Alter auch ein übertriebenes Zellwachstum – und das nicht nur an den von uns gewünschten Körperstellen.

Statt sich also massenweise Eiweißriegel und teure Nahrungsergänzungsmittel einzuverleiben, ist es klüger, sich auf eine kohlenhydratarme und Omega-3-reiche Ernährung umzustellen, um so dem Alter ein Schnippchen zu schlagen.