Fasten ist wie ein Reset, denn unsere Zellen können sich dadurch erneuern.

Beim Heilfasten steht nicht die Gewichtsreduktion im Vordergrund, sie ist eher ein schöner Nebeneffekt. Denn wie der Name schon sagt, geht es um die Gesundheit. Aber ist es nicht geradezu existenzbedrohend, wenn der Körper kaum noch Nährstoffe bekommt?

Im Gegenteil – nichts regt den zellulären Selbstheilungsprozess so sehr an wie das Fasten. Der Molekularbiologe Frank Madeo untersuchte die zellulären Vorgänge beim Fasten und fand heraus, dass dabei schadhafte, alte Zellbestandteile abgebaut und ersetzt werden. Diesen Prozess nennt man Autophagie, vom altgriechischen Wort autophagos, also „selbstfressend“.

Durch unsere Ernährung sammelt sich in vielen unserer Zellen Mikroschrott in Form von geschädigten Eiweißen und anderen Zellbestandteilen an. Beim Fasten werden diese durch die Autophagie wiederverwertet. Denn ohne neue Nahrung versucht die Zelle, auch altes, kaputtes Material wiederzuverwenden. Eine Win-win-Situation also. Und dafür müssen wir nicht einmal heilfasten, denn Madeo fand auch heraus, dass der Körper bereits nach 14–16 Stunden des Fastens auf Autophagie umstellt.

Neuere Studien konnten auch zeigen, dass sich Fasten positiv auf unsere Darmflora auswirkt und dadurch unser Immunsystem stärkt. Denn nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch die Verdauung bekommt so eine Regenerationsphase und kann danach neustarten. Bspw. vervielfältigen sich die „guten“ Darmbakterien in der Phase des Fastens, während viele „schlechte“ verschwinden. Das erklärt dann auch die verbesserten Abwehrkräfte nach dem Fasten.

Die Verbesserung der Darmflora liefert auch eine Erklärung dafür, weshalb das Fasten sich oftmals so positiv auf Autoimmunerkrankungen wie bspw. Multiple Sklerose oder Rheuma auswirkt. Vor allem die Entzündungen in den jeweiligen Gelenken gehen oft deutlich zurück, was z.T. aber sicherlich auch dem Gewichtsverlust zu verdanken ist.

Nicht zu vernachlässigen ist daneben die starke emotionale Wirkung, die Fasten haben kann. Sie hat zwei Gründe: Erstens spüren wir eine gewisse Selbstwirksamkeit, wenn wir es schaffen, das Fasten durchzuziehen. Wir merken, dass wir eine schwierige Situation meistern können. Außerdem ist durch das Fasten in unserem zentralen Nervensystem mehr Serotonin verfügbar, also jener Neurotransmitter, der uns zufriedener macht. Auch Endorphine werden vermehrt ausgeschüttet, was die Fasteneuphorie erklärt, von der viele Menschen berichten.

Fasten ist also sowohl ein zellulärer als auch emotionaler Reset.

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