Es gibt gute und schlechte Kohlenhydrate.

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Mindestens genauso schlecht wie das Image der Fette ist das der Kohlenhydrate. Immer noch gibt es Ernährungsberater und Abnehmcoaches, die einfach alle Kohlenhydrate unter einen Hut stecken und sie für Übergewicht und sonstige Krankheiten verantwortlich machen. Doch genau wie es gesunde und ungesunde Fette gibt, gibt es auch gesunde und ungesunde Kohlenhydrate. Auf sie verzichten, was bspw. Low-Carb-Diäten wie die Atkins-Diät empfehlen, sollten wir daher auf keinen Fall.

Kohlenhydrate sind die Hauptenergielieferanten für Körper und Gehirn. Ihre Zuckermoleküle werden zu Glucose umgewandelt, welche dann in den Zellen verbrannt wird. Pure Energie also. Die eigentlichen Missetäter sind die sogenannten leeren Kohlenhydrate. Sie entstehen, wenn z.B. Getreide geschält und damit eines Großteils ihrer Nähr- und Ballaststoffe beraubt werden, wie es bspw. bei Weißbrot, weißem Reis oder weißer Pasta der Fall ist.

Besonders verarbeitet – und damit besonders gefährlich – ist der weiße Industriezucker. Er zerstört die Zahnsubstanz, verstopft Arterien und erhöht das Risiko für Diabetes und Krebs. Auf solche einfachen Kohlenhydrate, die in zuckrigen Lebensmitteln wie Cola, Eiscreme oder eben in Weißmehlprodukten stecken, sollten wir daher möglichst verzichten.

Ganz und gar nicht verzichten sollten wir dagegen auf die guten Kohlenhydrate. Sie finden sich reichlich in Vollkornprodukten und in Hülsenfrüchten, wie z.B. Erbsen oder Linsen. Eine vollkornreiche Ernährung reduziert das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt um 20%, das Diabetesrisiko sogar um 50%! Und das liegt vor allem an der hohen Nährstoffdichte dieser Lebensmittel.

Daneben ist noch ein weiterer Faktor wichtig, nämlich der Gehalt an Ballaststoffen. Und auch hier punkten nährstoffreiche Kohlenhydratquellen wie Vollkornbrot, Möhren und Äpfel, denn sie sind zugleich auch sehr ballaststoffreich. Lange Zeit als reiner „Ballast“ verachtet, erleben die Ballaststoffe gerade einen positiven Imagewandel. Denn heute wissen wir, wie wichtig sie für unser Mikrobiom, also für eine gesunde Darmflora, sind, und wie wichtig dieses wiederum für unser Befinden und unser Immunsystem ist. Und Ballaststoffe sind nun einmal das Lieblingsfutter unserer 100 Billionen Bakterien.

Darmbakterien bewahren uns z.B. vor Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen. Um sie also gut zu füttern und glücklich zu machen, sollten wir täglich mindestens 30g an Ballaststoffen zu uns nehmen – was bei einer pflanzenbasierten Ernährung kein Problem ist.

Die besten Quellen für Ballaststoffe sind alle Arten von Vollkorngetreiden sowie Gemüse und Obst. Selbst Kaffee enthält übrigens Ballaststoffe, immerhin etwa ein Gramm pro Tasse.

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