Bewegung fördert die Bildung neuer Nervenzellen und Synapsen.

Sportliche Kinder haben einen größeren Hippocampus. Dies konnte mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) festgestellt werden. Die gleichen Ergebnisse lieferten verschiedene Studien mit erwachsenen Teilnehmern. Darüber hinaus belegen Gedächtnistests, dass es einen Zusammenhang zwischen der Größe des Hippocampus und der Gedächtnisleistung gibt. Es kann also davon ausgegangen werden, dass sich körperliche Bewegung sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen positiv auf das Gedächtnis auswirkt.

Das hat verschiedene Gründe: Durch die Bewegung wird eine Vielzahl von Mechanismen gefördert, die das Gehirn aktiv und gesund halten. Einer dieser Prozesse ist die Neurogenese, die wir bereits im letzten Blog kennengelernt haben. Dabei werden im Hippocampus neue Zellen gebildet, die dann zur Verstärkung in bestimmte Hirnareale als Neuronen geschickt werden.

Bei der Geburt eines Menschen kommt dieser bereits mit einem festen Set an Nervenzellen auf die Welt, die während der fötalen Entwicklung entstanden sind. Vor der Entdeckung der Neurogenese ging man davon aus, dass die Anzahl der Neuronen nach der Geburt unveränderlich sei. Somit wäre jeder Schaden an den Neuronen irreparabel. Heute weiß man jedoch, dass der Gyrus dentatus noch bis ins hohe Alter neues Zellmaterial nachproduzieren kann.

Diese neuen Neuronen müssen allerdings auch untereinander verschaltet werden. Die Produktion der dazu nötigen Synapsen wird als Synaptogenese bezeichnet. Damit sie gelingt, muss sowohl der Körper als auch der Geist gefordert werden. Dies belegte eine an Ratten durchgeführte Studie aus dem Jahr 1990: Die Tests zeigten, dass neue Synapsen nur dann gebildet werden, wenn körperliche Aktivität mit neuen Lerninhalten kombiniert wird.

Außerdem steigert körperliche Anstrengung den Blutfluss im Hippocampus. Dies konnte 2010 an der University of Illinois anhand von MRT-Aufnahmen nachgewiesen werden. Entscheidend dabei ist, dass die erhöhte Blutzufuhr auch eine erhöhte Zufuhr von Sauerstoff und anderen Nährstoffen bedeutet, denn jede zusätzliche Bewegung verbraucht und benötigt mehr Sauerstoff.

Zu guter Letzt sorgt die körperliche Fitness für eine hohe Konzentration von N-Acetylaspartat (NAA) und schützt dadurch vor verschiedenen Erkrankungen. NAA ist eine Aminosäure. Sie spielt eine lebenswichtige Rolle für den Stoffwechsel der Neuronen. Ein Mangel an NAA führt zum Abbau von Nervenzellen und damit zu Krankheiten wie Alzheimer, Multiple Sklerose, Schlaganfällen oder Schizophrenie.

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