Irreführende Etiketten verleiten zum Kauf minderwertiger Öle.

Oft sehen wir uns vor dem Supermarktregal einer ganzen Armada von Ölflaschen gegenüber, die noch dazu alle ziemlich gleich aussehen. Zu welcher Flasche greifst du? Wird es das teure Öl von ganz oben oder entscheidest du dich am Ende doch für das günstige aus dem untersten Fach oder das in der bunten Flasche mit der sympathischen Werbung? Wenn du deiner Gesundheit etwas Gutes tun willst, solltest du das nächste Mal einen kurzen Blick auf die Etiketten werfen und auch da argwöhnisch bleiben, da du dich nicht auf alle Angaben blind verlassen kannst.

Pflanzenöle tragen den Heiligenschein der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Lange wurden sie uns als das Beste vom Besten verkauft. Und tatsächlich sind diese Fette gesund. Sie enthalten nicht nur wertvolle Fettsäuren, sondern auch antioxidative Pflanzenstoffe, Lecithin und Vitamine. Allerdings nur, wenn wir aus der Vielfalt im Supermarkt die richtigen Öle, und diese in guter Qualität herausfischen.

Pflanzenöle mit hohem Omega-6-Gehalt stören die Omega-3-Wirkung. Distelöl, Traubenkernöl, Maiskeimöl und das beliebte Sonnenblumenöl sollten also besser aus deinem Vorratsschrank verschwinden. Stattdessen solltest du zu Ölen greifen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, wie Leinöl, Hanföl und Walnussöl. Achte bei den Omega-3-reichen Ölen darauf, dass sich auf dem Etikett Hinweise finden wie „unter Ausschluss von Licht, Hitze und Sauerstoff produziert“ oder „omega safe“, denn nur so bleiben ihre Nährstoffe erhalten. Da diese Öle hitzeempfindlich sind, solltest du sie auch nicht zum Kochen und Backen verwenden.

Grundsätzlich solltest du stets nach mechanisch kalt gepressten Ölen Ausschau halten. Leider ist es oft unmöglich, die Qualität von Ölen anhand der Verpackung zu erkennen, denn Hinweise wie „kaltgepresst“ oder „erste Pressung“ sind nicht geschützt und manche Hersteller versuchen uns Kunden in die Irre zu führen. Wenn das angeblich kaltgepresste Öl bspw. vorher hoch erhitzt wurde und erst danach kalt gepresst wurde, sind die wertvollen Inhaltsstoffe trotzdem vernichtet. Was also tun?

Bei einem einzigen Öl dürfen die Hersteller nicht tricksen, und das verdanken wir einem Lebensmittelskandal. Nachdem 1988 gepanschtes Olivenöl auf dem Markt entdeckt wurde, erließ die EU eine Verordnung für die Qualität des Olivenöls. Wenn heute „kaltgepresst“ auf der Flasche steht, dann kannst du sicher sein, dass das Öl bis maximal 27 Grad erhitzt wurde. Höchste Qualität erhältst du, wenn du „natives Olivenöl extra“ in den Einkaufswagen legst. Dank seiner einfach ungesättigten Fettsäuren ist es im Vergleich zu anderen Ölen relativ hitzebeständig, es enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe und ist auch geschmacklich ein perfektes Universalöl.

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