Fett macht nicht fett.

Lange beherrschte das „Fett macht krank“-Dogma Medizin, Medien und Politik. Und obwohl es nur auf den Ernährungsprotokollen eines einzigen Tages fußte, führte es dazu, dass sich die Menschen jahrzehntelang falsch ernährten.

In den 1950er-Jahren fiel dem US-amerikanischen Biologen Ancel Keys bei einer Europareise auf, dass in den mediterranen Ländern weniger Herzinfarkte auftraten. Er führte das darauf zurück, dass die Menschen nach dem Krieg wenig Fleisch und Eier aßen, also wenig gesättigte Fette und Cholesterin zu sich nahmen. Also untersuchte er die Speisepläne eines Tages und leitete daraus seine Hypothese ab, dass gesättigte Fette und Cholesterin Herzerkrankungen auslösen können. Dass seine Studie nur 30 Probanden hatte und voller methodischer Fehler war, hinderte ihn nicht daran, die These in die Welt zu posaunen. Doch sie war fehlerhaft.

Keys übersah z.B., dass die Menschen nach dem Krieg in ärmlichen Verhältnissen lebten und nicht nur wenig Fleisch und Eier, sondern auch wenig Kohlenhydrate und Zucker zu sich nahmen. Ebenso ignorierte er die Tatsache, dass bei den Inuit und den Massai-Kriegern kaum Herzinfarkte auftreten, obwohl beide Volksstämme traditionell viel fettreichen Fisch bzw. Blut, Milch und Fleisch verzehren. Weil Keys aber sehr überzeugend und gut vernetzt war, verbreitete sich seine Idee rund um den Globus, während gegenteilige Studien ignoriert, kritisiert oder in Zweifel gezogen wurden. Als in den Folgejahren Getreideprodukte und fettarme Lebensmittel die Küchen eroberten, nahm das Übergewicht in der Bevölkerung jedoch nicht wie erhofft ab, sondern zu.

Erst heute setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass nicht zu viel Fett, sondern zu viel Zucker dick macht. Denn kohlenhydratreiche und zuckerreiche Lebensmittel fördern die Insulinproduktion und regen die Fettzellen an, mehr Fett zu speichern. Gleichzeitig wird der Heißhunger angekurbelt. Wir essen noch mehr Süßes, unsere Bauchspeicheldrüse muss noch mehr Insulin ausschütten, wir bekommen noch mehr Heißhunger … und schon befinden wir uns in einem Teufelskreis. Kohlenhydrate verlangsamen außerdem den Stoffwechsel und begünstigen entzündliche Prozesse, die mittlerweile als der eigentliche Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten.

Wer sich vor Übergewicht, Herzerkrankungen und auch vor Diabetes schützen und möglichst lange gesund leben möchte, sollte also vor allem Getreideprodukte und Zucker in Grenzen halten und darf sich bei seinem Fettkonsum etwas entspannen. Denn Fett lagert sich vor allem dann an, wenn wir es in Kombination mit ungesunden Kohlenhydraten und Zucker verspeisen. Doch dass Fett immer fett macht, ist nicht die einzige Lüge, der wir zum Opfer gefallen sind.

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