Die Leistungsfähigkeit des Gehirns nimmt im Alter ab, es gibt jedoch ein Gegenmittel.

Wusstest du, dass das Gehirn deiner Großmutter kleiner ist als deines? Das Gehirn schrumpft nämlich. Ab dem 40. Lebensjahr reduziert sich sein Volumen um etwa 5% pro Jahrzehnt.

Von dieser Reduktion betroffen sind der Hippocampus und verschiedene Areale der Hirnrinde. Das Ergebnis sind u.a. Verschlechterungen des Arbeits-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses sowie der räumlichen Navigationsfähigkeit.

Zudem lagert sich im Alter immer mehr Eiweiß im Gehirn ab. Dieses wirkt in etwa so wie Kalkreste in einem alten Rohr. Es beschädigt die Informationswege der Neuronen, sodass die Kommunikation gestört wird und die Neuronen schließlich unbrauchbar werden und absterben.

Außerdem wird der Stoffwechsel der Mitochondrien behindert. Das sind die Energielieferanten der Gehirnzellen. Wenn sie die Zellen nicht mit ausreichend Energie versorgen können, entstehen schädliche Substanzen, auch Radikale genannt, welche zusätzlich den Neuronen-Abbau begünstigen.

Zum Glück ist es nie zu spät, um dem Gehirn durch Bewegung etwas Gutes zu tun und all diese Prozesse zumindest zu verlangsamen. Im Alter kann Sport dem Gehirn in vielerlei Hinsicht behilflich sein: Oftmals sinkt mit zunehmender Zahl der Lebensjahre die Widerstandsfähigkeit gegen Stress. Durch körperliche Betätigung kann man die Resilienz jedoch wieder steigern.

Außerdem erhält Sport das sogenannte glymphatische System. Dieses ist dafür zuständig, schädliche Ablagerungen im Gehirn wegzutransportieren. Gerade bei älteren Menschen funktioniert diese Schadstoffentsorgung oft nicht mehr ganz so gut.

Überdies kann man durch ausreichend Bewegung Übergewicht und Depressionen vorbeugen. Und da diese Faktoren eine Alzheimer-Erkrankung begünstigen, schützt man sich damit auch gleich vor Demenz. Eine Studie der Universität in Genua belegt, dass sogar Patienten mit Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium von regelmäßiger Bewegung profitieren. Schon ein einfacher Spaziergang konnte den Verlust kognitiver Fähigkeiten signifikant verlangsamen.

Wie gut zu wissen, dass man auch im Alter noch etwas für sein Gehirn tun kann. Trotzdem gilt: Umso früher du anfängst, desto besser. Ein Spaziergang oder eine halbe Stunde Training tut niemandem weh und ist keine Zeitverschwendung – ganz im Gegenteil sogar. Dein Gehirn wird es dir danken!

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